Jeder Mensch hat, unabhängig von seinen gesundheitlichen Voraussetzungen, einen Anspruch auf Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Ist dies gefährdet, hat der Einzelne einen Anspruch auf Förderung und Vermeidung und Entgegenwirkung von Benachteiligungen.

Menschen sind nach § 2 Abs. 1 und 2 SGB IX schwerbehindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist und wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 50 vorliegt.

Schwerbehinderte genießen besonderen Schutz und Förderung im Arbeitsleben. Nach dem Gesetz müssen Arbeitgeber mit mehr als 20 Arbeitsplätzen wenigstens fünf Prozent davon für Schwerbehinderte bereitstellen. Andernfalls ist eine monatliche Ausgleichsabgabe von bis zu 290 Euro (Beschäftigung unter 2 %) für jeden nicht beschäftigten Schwerbehinderten zu entrichten.

Schwerbehinderte haben ferner besonderen Kündigungsschutz, steuerliche Vorteile (insbesondere den Behindertenpauschbetrag), bei besonders schweren Behinderungen auch Vergünstigungen bei der Beförderung im öffentlichen Personenverkehr und auf Antrag die Befreiung von den Rundfunkgebühren. Den Rahmen für Leistungsansprüche bildet das SGB IX.

 

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